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Die Wandelgestalter sind auch auf Twitter! Hier unsere letzten Tweets: |
Die Wandelgestalter auf ihrem ersten Barcamp!
Mo, 31.08.2009 - 18:53 – Sarah Költzow
Beim ersten Gov 2.0 Barcamp in Berlin kamen Verwalter verschiedenster Ebenen aber auch Praktiker, Strategen, Web 2.0er und Interessierte aus der ganzen Republik und dem Pionierland USA zusammen, um Erfahrungen, Best Practices und Ideen auszutauschen und herauszufinden, wie man der deutschen Verwaltung einen Schubs Richtung 2.0 geben - und den dabei häufig auftretenden Hindernissen und Zögerlichkeiten begegnen kann. Es wurde ein breites Spektrum an Inhalten angeboten, von der eGovernment-Strategie des BMI über visionäre Verwaltungskonzepten bis hin zur Entwicklung von Demokratie und Partizipation in der nahen und fernen Zukunft. Zahlreiche Praxisbeispiele wie Web 2.0 Tools im politisch-administrativen Bereich, wie z.B. Bürgerhaushalte, wurden vorgestellt und einem Praxischeck unterzogen, rechtliche, praktische und theoretische Gesichtspunkte beleuchtet. Web 2.0-Kultur vs. Verwaltungskultur Die Wandelgestalter haben eine bislang nur unzureichend berücksichtigte Komponente der Transformationserfordernisse der öffentlichen Verwaltung beleuchtet. Diese ist jedoch essentiell für den Wandel hin zu einer partizipativeren und transparenteren Online-Verwaltung: die Frage des Bewusstseins und der Haltung von Bürgern und Verwaltungspersonal, kurz der Kultur, die den technischen Fortschritt und die Verwaltungsmodernisierung begleitet.
In Großbritannien werden derzeit über ein 20seitiges Dokument sämtliche civil servants dazu angeleitet und aufgefordert, ihre Neuigkeiten und Aktivitäten aktuell und zeitnah der Bevölkerung über Twitter mitzuteilen. Zeitgleich sperrt die Stadt Zürich, wie auch zahlreiche Kantone in der Schweiz, den Facebookzugang ihrer Mitarbeiter! Wie soll Verwaltungspersonal twittern, bloggen und sich in sozialen Netzwerken aus- kennen, um ihre Behörde attraktiv und bürgernah nach außen zu vertreten, wenn den Mitarbeitern nicht der dafür nötige Lern- und Erfahrungsraum zugestanden wird? Unsere Session: Die Datenautobahn ist mit guten Vorsätzen gepflastert
Wir haben uns gefragt, wie eine (deutsche) Haltung zu dieser Thematik aussehen kann. Wie muss eine Max Weber 2.0 Kultur beschaffen sein, um die durch Web 2.0 nun auch der Regierung und Verwaltung eröffneten neuen Informations- und Kommunikationskanäle nicht nur technisch zu realisieren, sondern dadurch einen klaren Nutzen zu schaffen? Bei diesen neuen Möglichkeiten geht es einmal um die effiziente Arbeit der Verwaltung selbst (also z.B. online collaboration über entsprechende Plattformen und Infospeicher wie Wikis o.ä.), aber vor allem auch darum, Mehrwerte für die Bürger a) in ihrer Interaktion untereinander und b) gegenüber der Verwaltung zu generieren (also Webportale, Stadtwikis, Bürgerhaushalte und Diskussionsforen, etc.). Die Session: Inhalt, Ablauf und Ergebnisse Mit den sehr interessierten und aktiven Teilnehmern unserer Session mit dem klangvollen Titel „Die Datenautobahn ist mit guten Vorsätzen gepflastert“ sammelten wir zunächst einmal Begriffe, welche die (deutsche) Verwaltungskultur charakterisieren und solche, die wir mit einer Web 2.0-Kultur verbinden. Während sich Verwaltungskultur mit den Begriffen Hierarchie, langsam, gründlich, verstaubt, verbindlich und „funktioniert“ beschreiben ließ, fielen den Teilnehmern zur Web 2.0-Kultur eher Attribute ein wie schnell, oberflächlich, spontan, gemeinschaftlich, elitär, ausschließend, transparent. Wir fragten uns: wie kann es gelingen, diese beiden scheinbar so gegensätzlichen Kulturen einander anzunähern und die „guten und bewahrenswerten“ Kernelemente beider dieser Bewusstseinshaltungen in eine neue Verwaltungstransformationskultur im Sinne von Max Weber 2.0 zu überführen?
Anhand ausgewählter aktueller Praxisbeispiele und Paradoxien diskutierten die Teilnehmer wichtige Herausforderungen und brachten eigene Erfahrungen mit ein. Dabei ging es unter anderem um die Vor- und Nachteile sowie die Vereinbarkeit zahlreicher Partizipationskanäle wie Bürgersprechstunden (offline) und Mitmachportale (online). Aber auch um die Frage, wie die nötige technische Kompetenz in die Verwaltungen geholt werden kann – sind Aus- und Fortbildungen die richtige Strategie oder müssen die deutschen Verwaltungen noch eine Generation abwarten, bis die „Digital Natives“ nachgerückt sind? Als Antwort auf die Frage, ob Verwaltung dazu bereit sei, „Permanent Beta“ zu fühlen, wurde festgestellt, dass sich sowohl die Verwaltung selbst, als auch die Bürger und bestehende legale Rahmenbedingungen mit der dafür notwendigen Fehlerakzeptanz und Mitmachmentalität (noch) schwer tun.
Wandelgestalter = Barcamper ?!
Uns hat es sehr viel Spaß gemacht! Wir sind gerne wieder einmal bei einem Barcamp mit dabei und freuen uns auf Ihre Einladung zur Durchführung eines Workshops rund um das Thema Verwaltungskultur(wandel). Das gov2.0 Barcamp bot eine ganz besondere kommunikative und interaktive Möglichkeit, ganz verschiedene Menschen zu einem interdisziplinären Thema zu vereinen und unterschiedlichste Sichtweisen zu diskutieren und konkrete fruchtbare Ideen im Dialog zu kreieren – die es nun zuhause auszuprobieren gilt! Trauen Sie sich, haben Sie Mut, Kreativität und Offenheit zuzulassen. Auch und gerade in der öffentlichen Verwaltung! Wir unterstützen Sie gern beim Transformationsprozess, mit unseren Konzepten, Ideen und unserer Erfahrung im Wandelgestalten. Trackback URL for this post:http://www.wandelgestalter.de/trackback/107
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